Mutter mit Baby

Tipps bei Erkältung

Wenn ein Neugeborenes schnupft, hustet oder unruhiger wirkt, sind viele Eltern verständlicherweise besorgt. Gerade in den ersten Lebenswochen fühlt sich jede Veränderung groß an. Die gute Nachricht: Leichte Erkältungssymptome kommen auch bei Neugeborenen vor und lassen sich oft gut unterstützen – ruhig, beobachtend und ohne handeln zu müssen.

Was ist eine Erkältung ?

Unter einer „Erkältung“ versteht man meist einen Infekt der oberen Atemwege, ausgelöst durch Viren. Neugeborene kommen erstmals mit vielen Umweltreizen und Keimen in Kontakt. Ihr Immunsystem ist noch unreif und lernt Schritt für Schritt dazu.

Typische Anzeichen können sein:

  • verstopfte oder laufende Nase
  • leichtes Niesen
  • unruhiger Schlaf
  • erschwertes Trinken durch Nasenverlegung
  • Husten
Fieber ist bei Neugeborenen kein typisches Erkältungssymptom und braucht immer eine Abklärung.

Erkältung oder doch etwas anderes?

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:

  • leichter Anpassungsreaktion (z. B. trockene Raumluft, Milchreste in der Nase)
  • unkomplizierten Infektzeichen
  • Hinweisen auf Abklärungsbedarf

Nicht jede laufende Nase ist krankhaft. Beobachtung, ruhige Unterstützung und das Vertrauen in die elterliche Wahrnehmung sind zentral.

Wie kann ich mein Kind unterstützen ?

Atmung erleichtern

  • Isotonische Kochsalzlösung (z. B. als Nasentropfen oder -spray ohne Zusätze) kann die Nase befeuchten und Sekret lösen.
  • Aufrechte Positionen beim Trinken oder Tragen können das Atmen erleichtern.
  • Ein Tropfen Muttermilch ins Nasenloch

Raumklima

  • Frische Luft und regelmäßiges Lüften.
  • Angenehme Luftfeuchtigkeit (nicht zu trocken).
  • Rauchfreie Umgebung ist essenziell.
  • Die ideale Raumtemperatur liegt zwischen 16-20°C

Trinken & Nähe

  • Häufiges Stillen bzw. Füttern unterstützt Flüssigkeitszufuhr und Immunsystem.
  • Körperkontakt wirkt regulierend auf Atmung, Temperatur und Stress. Schonung

Wie kann ich einer Erkältung vorbeugen ?

Nicht alles lässt sich verhindern, aber einige Maßnahmen reduzieren Risiken:

  • Händehygiene für alle Bezugspersonen
  • Besucherkontakte maßvoll gestalten
  • Stillen, wenn möglich, da Muttermilch schützende Antikörper enthält
  • Überwärmung vermeiden, dem Raumklima angepasst kleiden

Was wird nicht empfohlen?

  • Ätherische Öle, Einreibungen oder Dampfbäder bei Neugeborenen.
  • Abschwellende Nasentropfen oder Erkältungsmedikamente ohne ärztliche Rücksprache

Wann sollte man zum Kinderarzt ?

Bitte holen Sie zeitnah ärztlichen oder hebammenfachlichen Rat ein, wenn:

  • Ihr Neugeborenes Fieber hat (≥ 38,0 °C rektal)
  • es deutlich trinkschwach, apathisch oder sehr unruhig ist
  • die Atmung angestrengt wirkt (z. B. Einziehungen, Nasenflügeln)
  • eine Verschlechterung statt Besserung eintritt
  • Sie als Eltern ein ungutes Gefühl haben

Gerade bei Neugeborenen gilt: Lieber einmal mehr abklären als einmal zu wenig.

Nach oben scrollen
Skip to content