Viele Babys leiden besonders in den ersten Lebensmonaten unter Blähungen, Bauchschmerzen oder Veränderungen des Stuhlgangs. Oft äußert sich das dadurch, dass sie am Abend viel weinen und sich sichtbar unwohl fühlen. Für Eltern ist diese Phase emotional herausfordernd – gleichzeitig gehört sie zur normalen Entwicklung des kindlichen Verdauungssystems. Hier findest du hilfreiche Informationen und bewährte Hebammentipps für den Alltag.
Warum Babys häufig Bauchweh haben
Erste Hilfe bei Blähungen und Bauchschmerzen
Nähe, Wärme und Bewegung
Viele Babys profitieren von engem Körperkontakt. Das Tragen im sogenannten Fliegergriff, im Tragetuch oder in einer Babytrage kann durch sanften Druck, Wärme und Nähe beruhigend wirken und Bauchschmerzen lindern. Auch ein lauwarmes Kirschkern- oder Wärmekissen auf dem Bauch kann entspannend sein.
Manchen Babys hilft Bewegung und etwas „Freiraum“. In diesem Fall kann es hilfreich sein, das Kind – wenn möglich – nackt strampeln zu lassen, etwa unter einer Wärmelampe. Bewegung erleichtert häufig das Absetzen von Luft oder Stuhl. Auch eine unterstützte Hockposition, zum Beispiel über einer Wickelunterlage oder einem Töpfchen, kann die Ausscheidung fördern und die Bauchdecke entlasten.
Bauchmassage
Eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn, beispielsweise mit Fenchel-Kümmel-Öl, kann Blähungen lösen. Wichtig ist jedoch, auf die Signale des Babys zu achten: Manche Kinder empfinden Berührung in diesem Moment als unangenehm. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl und brechen Sie ab, wenn Ihr Baby ablehnend reagiert.
Richtiges Hochnehmen
Auch die Art, wie ein Baby hochgenommen wird, kann Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Empfehlenswert ist es, das Kind über die Seite anzuheben bzw. aufzunehmen. Häufiges Hochziehen aus der Rückenlage kann zu Verspannungen im Nackenbereich führen, die sich indirekt auf den Verdauungstrakt auswirken können.
Stillen und Bauchweh: Was wirklich wichtig ist
Stillen ist keine direkte Ursache für Bauchschmerzen bei Babys. Empfehlungen, Stillintervalle künstlich zu verlängern oder die Ernährung der Mutter stark einzuschränken, sind in der Regel nicht sinnvoll. Ständiges Dauertrinken ohne Pausen kann bei eurem Baby aber den Magen-Darm- Trakt etwas überfordern und belasten, was kontraproduktiv sein kann. Hier kann eure Hebamme helfen – Stillen nach Bedarf bedeutet grundsätzlich Sicherheit, Nähe und Beruhigung – genau das, was Babys mit Bauchweh brauchen. Zudem wirkt Stillen schmerzlindernd. Wie immer ist der Mittelweg meist das Maß aller Dinge.
Bauchschmerzen können bei allen Babys auftreten, ganz egal ob sie mit Säuglingsanfangsnahrung ernährt oder gestillt werden. Sie sind Teil der normalen Anpassung an die eigene Verdauung. Man kann dem Baby, gerade nach Fläschchen Fütterung, ein Bäuerchen anbieten, aber manche Babys schlucken wenig bis keine Luft und stoßen dann auch nicht auf.
Wenn nichts zu helfen scheint
Nicht jedes Bauchweh lässt sich lindern – und das ist in Ordnung. Es gibt kein allgemeingültiges Rezept. Weinen ist für Babys die einzige Möglichkeit, Unbehagen auszudrücken. Unsere Aufgabe ist es nicht, dieses Weinen abzustellen, sondern dem Kind beizustehen, es zu halten und ihm Sicherheit zu geben.
Manchmal liegt die Ursache des Weinens auch nicht im Bauch, sondern in Überreizung oder Schlafmangel. In solchen Situationen hilft es, Reize zu reduzieren, das Baby in der Trage abzuschirmen und tagsüber auf ausreichend Schlafphasen zu achten. Tragen unterstützt viele Babys dabei, leichter zur Ruhe zu kommen. Denn ruhigere, ausgeglichene Babys neigen weniger zu Schrei-Attacken.
Nicht jedes Bauchweh lässt sich lindern – und das ist in Ordnung. Es gibt kein allgemeingültiges Rezept. Weinen ist für Babys die einzige Möglichkeit, Unbehagen auszudrücken. Unsere Aufgabe ist es nicht, dieses Weinen abzustellen, sondern dem Kind beizustehen, es zu halten und ihm Sicherheit zu geben.
Manchmal liegt die Ursache des Weinens auch nicht im Bauch, sondern in Überreizung oder Schlafmangel. In solchen Situationen hilft es, Reize zu reduzieren, das Baby in der Trage abzuschirmen und tagsüber auf ausreichend Schlafphasen zu achten. Tragen unterstützt viele Babys dabei, leichter zur Ruhe zu kommen. Denn ruhigere, ausgeglichene Babys neigen weniger zu Schrei-Attacken.
Blähungen, Durchfall oder Verstopfung: Was ist normal?
Bei voll gestillten Babys gilt das Folgende alles als „normal“:
- sehr flüssiger Stuhl mit einer Konsistenz wie „Curry“ oder „Cottage-Cheese“
- leicht grünlicher oder etwas „schaumiger“ Stuhl
- mehrere Tage bis zu zwei Wochen ohne Stuhlgang
Diese Geschichten sind in der Regel kein Grund zur Sorge. Diese Variationen zeigen meist lediglich, dass sich die Verdauung anpasst oder viel Milch vorhanden ist. Solange das Gewicht passt, müsst ihr euch da keine Sorgen machen.
Bei Babys, die mit Säuglingsanfangsnahrung ernährt werden, ist hingegen täglicher, etwas festerer, senffarbiger Stuhl üblich.
Wann auch eure Hebamme den Arzt hinzuziehen wird:
Eine kinderärztliche Abklärung ist empfehlenswert, wenn:
- immer wieder Blut im Stuhl sichtbar ist
- das Baby nur sehr langsam an Gewicht zunimmt
- zusätzlich Hautausschläge im Gesicht oder im Windelbereich auftreten, die eine medikamentöse Behandlung erfordern.
In solchen Fällen kann selten, aber manchmal doch, eine Kuhmilcheiweißallergie vorliegen. Auch voll gestillte Babys können betroffen sein, da Kuhmilcheiweiß über die Muttermilch übertragen wird. Besteht ein Verdacht, kann ein zeitlich begrenzter Verzicht auf Kuhmilchprodukte Hinweise liefern.
Auch stark übelriechender Stuhl bei voll gestillten Säuglingen sollte ärztlich abgeklärt werden, da dies auf eine Infektion hindeuten kann.
Das bedeutet also…
Blähungen, Bauchweh und Veränderungen des Stuhlgangs gehören für viele Babys in der Anfangszeit dazu. So belastend diese Phase auch sein kann – sie geht vorüber. Mit Nähe, Geduld und Vertrauen in den eigenen Umgang begleitet ihr euer Baby bestmöglich durch diese Entwicklungsphase.
Autor/in : Hebammen Team Hebammen.at
Das Hebammen Team des Österreichischen Hebammengremiums


